Flügelverleih meets Hattie

2. Oktober 2014

Der Erfahrungsblogger vom Faust

Abgelegt unter: Faust-Eltern-Beratung — heinz.bayer @ 20:11

Ja ich glaube, ich darf für euch ehemalige Faustler erfahrungsbloggen, weil ich ja immerhin über 30 Jahre lang eure Eltern beraten habe. Allermeistens habe ich einfach beruhigt. Auf die wundervollen Fähigkeiten von uns Menschen verwiesen (also auf eure), die es uns ermöglichen, aus Niederlagen echte Stärken zu entwickeln. Bei dem Thema Schule muss immer klar sein: Es gibt nie einen echten Absturz, einen echten Konkurs. Es gibt immer Lösungsmöglichkeiten. Es ist nicht Aufgabe von Eltern, alle Probleme aus dem Weg zu räumen. Fragt mal im Freundeskreis herum. Die allermeisten werden im Nachhinein sagen: “Schule? Meine Eltern hätten sich viel Stress erspart, hätten sie einfach vertraut, dass ich das irgendwie schaffe. Die Noten wurden viel zu hoch gehandelt.” Wenn ihr ganz ehrlich seid, dann wisst ihr das selbst auch. Das mit den Noten. Nur, falls ihr schon Kinder im schulfähigen Alter habt, dann merkt ihr: “Upps, verdammt schwer.” Man hätte es doch so gerne. Dass die Kinder einfach aufpassen, Hausaufgaben machen und gute Noten schreiben. Sonst nichts. Das würde euch vollkommen reichen. :-)
Ja und genau da benötigt man vielleicht einen “Beruhiger”, einen “Komm-mal-runter-Rufer” oder einen Erinnere-dich-mal-Zwinkerer. Verrückte Sache. Obwohl man selbst ja wissen müsste, dass seine eigene Deutschnote in der 8. Klasse oder seine Mathenote in der 9. Klasse nichts mit dem aktuellen Erfolg im Beruf zu tun haben. Seinem Erfolg beim Bewältigen dieses Wahnsinns von Leben auf einem Planeten in unserem Jahrhundert. Aber bei seinen Kindern wollen es die Allermeisten einfach bitteschön ganz einfach haben. Ohne Druck, freundschaftlich, aber bitte doch mit guteN Noten. Damit man sich als Papa entspannt zurücklehnen kann. Und damit man sich als Mama genussvoll auf die Schultern klopfen kann. “Na ja, unsere Erziehung, ist ja klar.” Oder umgekehrt.
Mal ganz ehrlich. Ich fange mal wieder ganz vorne an. Bei den jungen Ex-Faustlern ohne Kinder. Ob ihr das nun später zugeben wollt oder nicht: Wenn irgendwann einmal Eure Faust-Kinder auf die Welt kommen, quasi die Fäustlinge, dann werdet ihr versuchen, eure Erziehung zu optimieren. Innerhalb eurer Möglichkeiten. Nichts anderes würde ich von euch erwarten. Die vom Faust wissen zum großen Teil, dass Schule ein guter Ort sein kann und das wollt ihr auch für eure Kinder. Sie sollen es mal gut haben in der Schule. Möglichst gut. Also optimale Bedingungen mitbringen. Startbedingungen. Da seid ihr gefordert. Ihr werdet viel Erziehungsbücher lesen. Ihr werdet merken, dass es keine einheitliche Meinung in Sachen optimierte Erziehung gibt. Als Beruhiger aus der Gymnasialecke würde ich meinen. Lest so viel ihr wollt. Macht genau das, was euer Bauch meint, dass es richtig ist. Dann erzieht ihr authentisch. Nur:Erwartet möglichst wenig dabei. Also bloß nicht so Dinge wie: “Eigentlich müsste mein Oskar in seinem Alter schon 100 Worte sprechen Und er spricht erst 10 und die nuschelt er auch noch. Ooooooooooooskaar! Streng dich mal an. So kommst du nie auf’s Gymi.” Ihr meint, ihr denkt am Anfang noch nicht ans Gymi? Wartet mal ab, was ihr als Mama oder Papa plötzlich alles anfangt zu denken. :-)
Das ist manchmal echt gruslig. Weil man sich doch noch so ein wenig an sich selbst erinnert. Aber dann meistens schnell verklärt. Oder auch einfach nicht mehr weiß, weil die reale Sicht der Dinge im großen Umbau des Gehirns untergegangen ist. Verschollen.

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